Definition

Als Tracheostoma wird ein operativ angelegter Luftröhreneingang (künstliche Körperöffnung) am Hals bezeichnet.

Die Atmung erfolgt nicht mehr oder nur noch teilweise durch Nase und Mund, sondern durch die operativ angelegte künstliche Körperöffnung (Tracheostoma).

Eine Tracheotomie wird z. B. bei erforderlicher invasiver Beatmung, nach operativer Entfernung des Kehlkopfes (Laryngektomie), bei mechanischer Behinderung der Atmung sowie bei Tumor oder Trauma im Bereich der oberen/unteren Luftwege (Trachea- und Mund-Rachen-Raum) durchgeführt.

Bleibt der Kehlkopf erhalten, besteht die Option zur Rückverlegung.

Die Laryngektomie ist eine totale Entfernung des Larynx (Kehlkopf). Eine Rückverlegung ist nicht mehr möglich (endständiges Tracheostoma). Operativ trennt man dabei vollständig den oberen Luftweg vom Speiseweg, indem man den Stumpf der Trachea (Luftröhre) in die Halshaut einnäht. Möglich sind auch sogenannte „Kamin“-Anlagen, bei denen der Stumpf separat oberhalb des eigentlichen Tracheostomas vernäht wird.

Die Tracheotomie erzeugt einen neuen Atemweg unter teilweiser Umgehung des Nasen-Rachen-Raums. Die natürlich vorhandenen Schutzfunktionen und -mechanismen der Atemwege sind (teilweise) nicht mehr vorhanden bzw. eingeschränkt.

Durch die Umgehung der oberen Atemwege kommt es
- zum Wegfall der Funktion des Filterns, Reinigens, Erwärmens und Anfeuchtens der Atemluft,
- zum Wegfall der natürlichen Sprechfunktion (Stimme),
- zum teilweisen Verlust der Riech- und Geschmacksfunktion,
- zum Verlust der natürlichen Bauchpresse mit Auswirkungen auf die Hebekraft, die Ausscheidung und die Husteneffizienz,
- zum Fehlen des natürlichen Atemwiderstandes.

Wird das Tracheostoma nach Tracheotomie/Laryngektomie nicht entsprechend geschützt, kann es zu folgenden gesundheitlichen Folgeerscheinungen kommen:
- Austrocknen und Anschwellen der Trachealschleimhaut
- Vermehrte Bildung von Sekreten
- Eintrocknen des Trachealsekrets mit Verkrustungen/Verborkungen
- Zähes Sekret, welches die Trachealkanüle verlegen kann
- Erhöhte Infektanfälligkeit und Atemnot

Sprechhilfen dienen dem Ausgleich der fehlenden oder beeinträchtigten Funktionen bei Stimm-und Sprachstörungen. Sie ermöglichen der Versicherte oder dem Versicherten, sprachlich zu kommunizieren.

Nach Erkrankungen des Kehlkopfes, insbesondere der Stimmbänder, nach Schilddrüsen- und Kehlkopfoperationen einschließlich der Laryngektomie sowie bei neurologischen Erkrankungen und langer vorangegangener Beatmung besteht oft eine Stimmermüdung (Phonasthenie) oder Stimmlosigkeit (Aphonie), die den Einsatz einer Sprechhilfe zur Folge haben kann. Auch bei ungünstigen anatomischen Voraussetzungen oder bei mangelndem Erfolg einer logopädischen Behandlung kann in Ergänzung eine Sprechhilfe zur Anwendung kommen. Die genannten Indikationen/Schädigungen sind nicht abschließend.

Die speziellen anatomischen Gegebenheiten und Bedürfnisse tracheotomierter Kinder erfordern besondere Anforderungen an die Materialbeschaffenheit und Produktmerkmale der Hilfsmittel. Der individuelle Kanülenbedarf ergibt sich aus der medizinischen Indikation und kann von Kind zu Kind variieren. Das Material sollte besonders weich und anpassungsfähig sein. Zudem ist bei Kindern darauf zu achten, dass die Kanülengröße aufgrund des schnellen Wachstums von Kindern stets kontrolliert und angepasst werden muss. Auf die richtige Kanülengröße ist daher besonders zu achten und die richtige Größe zu wählen. Häufig sind auch Sonderanfertigungen von Trachealkanülen notwendig aufgrund der teilweise speziellen Anatomie.

Zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gehören:

STIMMERSATZHILFEN
Shunt-Ventile (sogenannte Stimmprothesen) sind Einwegklappenventile, welche in einen Shunt zwischen Luftröhre (Trachea) und Speiseröhre (Ösophagus) eingesetzt werden, um die Wiederherstellung der Stimme nach einer Totallaryngektomie zu erreichen. Das Einwegventil schützt die Atemwege während des Schluckens vor Aspiration und öffnet sich unter positivem Druck aus der Trachea, sodass Luft in den Ösophagus übertreten kann, um Stimmlaute zu erzeugen.

Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Shunt-Ventilen. Bei all diesen Ventilen ist das Funktionsprinzip gleich. Sie unterscheiden sich in Form, Größe und Materialbeschaffenheit. Einige Ventile können von der Versicherte oder dem Versicherten selbst gewechselt werden (Wechselprothesen), andere sind nur vom Arzt auswechselbar (Verweilprothesen). Als Hilfsmittel im Sinne dieser Produktgruppe sind nur die von der Versicherten oder dem Versicherten auswechselbaren Ventile anzusehen.

TRACHEALKANÜLEN
Das Tracheostoma wird durch eine Trachealkanüle offen gehalten. Trachealkanülen werden in der Regel aus verschiedenen Kunststoffen, Silikon oder aus Silber gefertigt.

Kunststoffkanülen haben in der Regel den Vorteil, dass sie thermosensibel sind und sich der Anatomie des Tracheostomas und der Luftröhre in gewissem Umfang anpassen. Sie unterliegen einem höheren Verschleiß und können nur über kürzere Zeiträume verwendet werden. Eine häufige Erneuerung kann daher erforderlich sein. In Abhängigkeit vom Einsatzgebiet und vom eingesetzten Material kann die Nutzungsdauer erheblich variieren.

Aus Teflon gefertigte Kanülen haben robuste Materialeigenschaften.

Kanülen aus Silber sind stabiler als Kunststoffkanülen, können aber durch Reiben zu Irritationen an der Haut und an der Schleimhaut der Luftröhre führen. Silber als Kanülenmaterial erlaubt aufgrund der Materialeigenschaften eine längere Nutzungsdauer.

Die Kanülen können einteilig bzw. mehrteilig sein. Bei den mehrteiligen Kanülen kann der innere Teil (Innenkanüle) herausgenommen werden, ohne dass der äußere Teil (Außenkanüle) aus dem Tracheostoma entfernt werden muss. Auf diese Weise sind Zwischenreinigungen möglich.
Einteilige Kanülen müssen für jede Reinigung herausgenommen werden.

Insbesondere bei Silberkanülen werden die Innenkanülen für jede Außenkanüle speziell angefertigt. Sie sind daher nicht untereinander austauschbar. Bei Kunststoffkanülen ist dies dagegen unter Umständen möglich (siehe hierzu auch die Hinweise in den Konstruktionsmerkmalen der Einzelproduktauflistung).

Ist der Kehlkopf noch erhalten, so kann eine Trachealkanüle mit Sprechfunktion benutzt werden, um der Versicherten oder dem Versicherten das Sprechen wieder zu ermöglichen. Diese Sprechkanülen werden gesiebt bzw. gefenstert, d. h. auf der Oberseite werden mehrere kleine Bohrungen (gesiebt, bei Außenkanülen) oder eine große Öffnung (gefenstert, bei Innenkanülen) angebracht. Bei dem Einsatz von Innenkanülen kann sowohl ein integriertes als auch ein separates Sprechventil zum Aufsetzen genutzt werden.

Im Ausnahmefall kann eine Einzelanfertigung/Anpassung (z. B. Kürzung, Siebung, Fensterung, Verlängerung) durch den behandelnden Arzt verordnet werden.

Verwendet die Versicherte oder der Versicherter gesiebte bzw. gefensterte Kanülen, bedarf es zusätzlich einer ungesiebten/-gefensterten Außen-/Innenkanüle.

Die mehrmals tägliche, in manchen Fällen stündliche Reinigung und einfache Desinfizierung der Kanülen ist wegen Schleim- und Sekretabsonderungen notwendig. Aus diesem Grund ist eine Mehrfachausstattung erforderlich (siehe leistungsrechtliche Hinweise).

Die Trachealkanülen werden in unterschiedlichen Durchmessern, Längen und Krümmungswinkeln angeboten und müssen je nach den individuellen anatomischen Gegebenheiten und Anforderungen dem Tracheostoma der Versicherten oder des Versicherten angepasst sein.

Jeder Versicherten oder jedem Versicherten sollte eine zusätzliche Trachealkanüle für den Notfall in ggf. anderer Größe und Länge zur Verfügung stehen.

Beatmete Versicherte benötigen spezielle Trachealkanülen, welche über einen genormten Anschluss für ein Beatmungsgerät verfügen. Bei Erwachsenen und ggf. auch bei Kindern ist zusätzlich noch die Möglichkeit einer Blockung mit einer Manschette (ein sogenannter Cuff) notwendig. Silberkanülen eignen sich nicht zur Beatmung.

STABILISIERUNG DES TRACHEOSTOMAS
Zur Stabilisierung eines Tracheostomas können Platzhalter oder Buttons zum Einsatz kommen. Diese dienen der Offenhaltung des Tracheostomas und somit der Sicherung der Atemwege. Auch Kurzkanülen stabilisieren das Stoma (siehe Produktart 12.24.02.0 Trachealkanülen aus Silikon, ohne Innenkanülen).

Platzhalter und Buttons können in Verbindung mit unterschiedlichem Zubehör verwendet werden und decken somit eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten und Indikationen ab (beispielsweise pulmonale Rehabilitation, Sprechfunktion).

SEKRETABSCHEIDUNG
Der Sputumabscheider ist geeignet für Tracheotomierte/Laryngektomierte, die spontan über das Tracheostoma atmen. Er wird auf eine Trachealkanüle mit Normkonnektor gesteckt und sorgt für eine regulierte Abscheidung von Trachealsekreten. Der Sputumabscheider soll eine übermäßige Sekretansammlung in der Trachealkanüle und dem Tracheostoma, das unkontrollierte Austreten von Sekret in die Umgebung sowie die schnelle Verborkung/Zusetzung von Atemluftanfeuchtern (HME), sogenannte „Künstliche Nasen“, bei starker Sekretion verhindern.

WASSERSCHUTZ
Im Rahmen der körperlichen Hygiene muss insbesondere beim Duschen das Tracheostoma vor dem Eintritt von Wasser geschützt werden, was mithilfe eines Duschschutzes möglich ist. Versicherte mit einem Tracheostoma dürfen nicht ungeschützt Wassermengen, die typischerweise beim Duschen oder Waschen auftreten, ausgesetzt werden, da das Wasser ungehindert durch das Tracheostoma und somit in die Luftröhre eindringen und lebensgefährliche Komplikationen auslösen kann.

Für die Bewegungstherapien gemäß § 32 SGB V im Wasser sowie für die Teilnahme am Schulschwimmen ist deshalb ein Wassertherapiegerät erforderlich.

Da das Eindringen von Wasser ein potentiell lebensbedrohliches Risiko darstellt, müssen bei der Versorgung von Versicherten mit derartigen Produkten sehr hohe Anforderungen gestellt werden, insbesondere hinsichtlich der persönlichen (physischen und psychischen) Eignung, der theoretischen und praktischen Aufklärung und der Ausbildung im Gebrauch des Hilfsmittels.

Die individuelle Anpassung der Geräte, die Einweisung in die Anwendung und die ersten Schwimmübungen müssen daher immer durch eine geeignete Übungsleiterin oder einen geeigneten Übungsleiter, z. B. eine Wassertherapiebeauftragte oder einen Wassertherapiebeauftragten des Bundesverbandes der Kehlkopfoperierten e. V., erfolgen.

TRACHEOSTOMA-EPITHESEN
Ist mit konfektionierten Hilfsmitteln eine adäquate Versorgung zur Abdichtung im Bereich des Tracheostomas nicht möglich, kommen individuell gefertigte Tracheostoma-Epithesen zur Anwendung.

Tracheostoma-Epithesen werden zur Defektabdeckung nach Tracheotomie/Laryngektomie eingesetzt und sind als funktionelle Luftröhren-Epithesen erforderlich, um das Sprechen und Atmen zu erleichtern.

Die Haltbarkeit von individuell gefertigten Tracheostoma-Epithesen ist von vielen Faktoren, z. B. den Belastungen, denen sie ausgesetzt ist, und der Pflege durch die Versicherte oder den Versicherten, abhängig. Im Allgemeinen beträgt die Tragedauer von individuellen Tracheostoma-Epithesen ca. zwei Jahre. Folgeversorgungen sind erforderlich, wenn die Tracheostoma-Epithese aufgrund des Verschleißes oder wegen Defektveränderungen ihre vorgesehene Funktion nicht mehr erfüllt.

ATEMGASKONDITIONIERUNG, PATIENTENNAH
Wärme-/Feuchtigkeitsaustauscher (künstliche Nasen/HME/HMEF) mit oder ohne Filterwirkung werden benötigt, um die Austrocknung der Luftröhre und der Bronchien zu verhindern und ggf. die Inspirationsluft zu filtern.

Partikelfilter dienen in erster Linie dazu, luftgebundene Fremdpartikel, wie unter anderem Allergene und Mikroorganismen, in hohem Maße abzufangen. Sie erbringen keine Befeuchtungsleistung.

Die Filter werden patientennah (z. B. an der Trachealkanüle) zum Schutz der Versicherten oder des Versicherten eingesetzt. Die Filter bestehen aus zwei Teilen, dem Halter und dem eigentlichen aktiven Material. Bei dem Halter handelt es sich um eine Aufnahme, die je nach Ausführung universell oder aber auch nur für bestimmte Produkte genutzt werden kann. Oftmals sind Aufnahme und Filtermaterial unlösbar miteinander verbunden.

Partikelfilter und HME/HMFE können nur über einen begrenzten Zeitraum benutzt werden; die Herstellerangaben in der Bedienungsanleitung sind hierbei zu beachten. Aus diesem Grund muss je nach Bauart der komplette Partikelfilter bzw. der HME/HMEF oder nur das Filtermaterial regelmäßig gewechselt werden.

MODULARE EINWEGSYSTEME FÜR TRACHEALKANÜLEN
Modulare Einwegsysteme für Trachealkanülen sind austauschbare Systemkomponenten für die oben beschriebenen HME/HMEF, wie Filtermaterial, Abdeckplatten etc.

MODULARE EINWEGSYSTEME FÜR LARYNGEKTOMIE
Bei modularen Einwegsystemen für Larnygektomie handelt es sich um Basisplatten und Kleberinge bzw. eventuell benötigte Hautkleber zur Adaption von Filtern oder Sprechventilen. Es sind Einmalprodukte, welche auf die Haut rund um das Tracheostoma geklebt werden und die Adaptation von z. B. Sprechventilen, Filtern und/oder Wärme-/Feuchtigkeits-Austauschern (künstliche Nase/HME), ggf. auch mit Filterwirkung (HMEF), ermöglichen. Die Produkte sind selbstklebend; ggf. muss die Haut mit speziellen Reinigungstüchern vorbereitet werden.

TRACHEALKANÜLE MIT SPRECHFUNKTION
Sowohl bei Laryngektomierten mit funktionsfähigem Shunt-Ventil als auch bei Tracheotomierten kann eine Trachealkanüle mit Sprechfunktion benutzt werden, um der Versicherten oder dem Versicherten das Sprechen wieder zu ermöglichen.

Bei lanryngektomierten Versicherten mit funktionsfähigem Shunt-Ventil wird eine gesiebte Außenkanüle verwendet, auf deren Konnektor ein entsprechendes Sprechventil aufgesteckt werden kann.

Bei tracheotomierten Versicherten mit noch erhaltenem Kehlkopf ermöglichen folgende Kombinationen das Sprechen:
- Nutzung einer gesiebten Außenkanüle und einer gefensterten Innenkanüle mit integriertem Sprechventil
- Nutzung einer gesiebten Außenkanüle und einer gefensterten Innenkanüle mit 15 mm- oder 22 mm-Konnektor und einem separat aufsteckbaren Sprechventil

Im Ausnahmefall kann eine Einzelanfertigung (z. B. größere Fensterung oder größere Siebung) durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt verordnet und durch den Leistungserbringer umgesetzt werden.

SPRECHVENTIL
Bei einem Sprechventil handelt es sich um ein Einweg-Ventil, welches auf das dorsale Kanülenende einer Trachealkanüle bzw. einer Trachealinnenkanüle mit 15 mm- oder 22 mm-Konnektor oder Basisplatte aufgesetzt wird. Es öffnet sich beim Einatmen und verschließt sich beim Ausatmen, sodass die Inspiration über die Kanüle weiter möglich ist, die Exspiration jedoch über die oberen Atemwege verläuft, wodurch Phonation und Rachenreinigung mithilfe des Exspirationsstroms möglich werden.

Sprechventile für Laryngektomierte werden zur Stimmbildung mit einem Finger geschlossen oder funktionieren mit einer speziellen Mechanik, die aufgrund des erhöhten Anblasdrucks bei der Stimmbildung die Exspirationsluft über die Stimmprothese umleitet, ansonsten aber geöffnet bleibt; so wird ein fingerfreies Sprechen ermöglicht.

TONERZEUGER (ELEKTRONISCHE SPRECHHILFEN)
Nach der operativen Entfernung des Kehlkopfes fehlt der "Tongenerator" für die Bildung der Stimme und damit für die Bildung einer tonalen Sprache. Man strebt in solchen Fällen gewöhnlich an, dass der Laryngektomierte unter logopädischer Anweisung lernt, mithilfe der Speiseröhre Töne zu erzeugen. Laryngektomierte, die diese Ösophagusstimme nicht erlernen können, noch nicht erlernt haben bzw. nicht genügend gut sprechen können, können auf technische Hilfsmittel zurückgreifen.

Hier haben sich vor allem elektronische Sprechhilfen durchgesetzt. Gebräuchlich geworden sind heute Schwingungsgeber, mit denen mechanische Schwingungen erzeugt werden, die dann über einen Schwingungskopf von außen am Hals oder am Mundboden in den Mund-Rachen-Raum weitergegeben werden. Wenn die Laryngektomierte oder der Laryngektomierte während dieser Schwingungen artikuliert, erzeugt er eine hörbare Sprache.

Für Laryngektomierte, die trotz logopädischer Unterweisung nicht in der Lage sind, die Ösophagusstimme zu erlernen oder bei denen Shunt-Ventile nicht eingesetzt werden können, ist ein Tonerzeuger das wichtigste Hilfsmittel zur Wiedererlangung der sprachlichen Kommunikationsfähigkeit.

EXTERNES SCHUTZZUBEHÖR
Zum Schutz vor Staub-und Schmutzpartikeln, Insekten und/oder anderen Fremdkörpern, die durch das Tracheostoma in die Luftröhre gelangen können, werden spezielle Schutzartikel wie z. B. Tücher, Lätzchen, Rollis und Schals benötigt.

Aufgrund der Sekretbildung sowie zum Schutz der Haut sind spezielle geschlitzte, mit Lochstanzung versehene Tracheostoma-Kompressen erforderlich, welche das abfließende Sekret aufsaugen und ein Polster zwischen Kanüle und Stoma bilden.

Die Grundausstattung mit Schutzartikeln (z. B. Lätzchen, Tücher, Schals und Rollis) richtet sich nach dem persönlichen Bedarf der Versicherten oder des Versicherten.

ZUBEHÖR UND ERGÄNZUNGEN
Das Tragen einer Trachealkanüle macht die Verwendung von Zubehör wie z. B. Abstandhaltern und Kanülendichtringen notwendig. Wird die Versicherte oder der Versicherte z. B. invasiv beatmet, sind ggf. zusätzlich Konnektoren (Anschlussstücke) erforderlich.

Gleitmittel auf Wasser- oder Ölbasis dienen dem besseren Einsetzen der Innenkanüle in eine Trachealaußenkanüle sowie dem Einsetzen der Außenkanüle in das Tracheostoma und dessen Pflege. Bei den verschiedenen Gleitmitteln ist vor Produkteinsatz auf die jeweilige Herstellerinformation zu achten.

Zur Fixierung der Kanüle im Tracheostoma werden Kanülentragebänder benötigt. Diese sind regelmäßig zu erneuern.

Damit laryngektomierte Versicherte wieder riechen können, werden spezielle Riechschläuche angeboten. Riechschläuche haben einen 22 mm-Konnektor und können dadurch auch an z. B. Basisplatten oder Silikonkurzkanülen verwendet werden.

HILFSMITTEL ZUR TRACHEOSTOMAPFLEGE
Das Tracheostoma und die Hautareale um das Tracheostoma benötigen der Pflege, um Hautschäden, Wundinfektionen und Druckschäden im Tracheostoma-Kanal vorzubeugen, Hautschäden und Wundinfektionen zu behandeln sowie die Kanüle sicher und geeignet zu fixieren.

Spezielles, nicht haushaltsübliches Zubehör zur Tracheostomapflege ist in der Produktuntergruppe 12.99.08 „Hilfsmittel zur Tracheostomapflege“ aufgeführt. Dies sind:
12.99.08.0 Borkenpinzetten
12.99.08.1 Tracheospreizer
12.99.08.2 Reinigungskompressen

HILFSMITTEL ZUR TRACHEALKANÜLENREINIGUNG
Die Reinigung und Desinfizierung der Kanülen ist insbesondere bei starker Sekretabsonderung regelmäßig, ggf. mehrmals am Tag unter Beachtung der Herstellervorgaben in der Gebrauchsanweisung vorzunehmen.

Spezielles, nicht haushaltsübliches Zubehör ist in der Produktuntergruppe 12.99.09 „Hilfsmittel zur Trachealkanülenreinigung“ aufgeführt. Hierzu gehören:
12.99.09.0 Spezialreinigungstücher
12.99.09.1 Kanülenreinigungsbürsten

CUFFDRUCK- MANAGEMENTSYSTEME
Mechanische Cuffdruckmessgeräte (Cuffmanometer) sind analoge und mechanisch arbeitende Handmanometer mit gut ablesbaren analogen oder digitalen Manometerskalen, welche der Befüllung und Druckkontrolle von Trachealkanülen mit einem Cuff dienen. Der Cuffdruck von Trachealkanülen mit Manschette (Cuff) ist regelmäßig mit einem mechanischen Cuffdruckmessgerät zu kontrollieren, um Druckulzerationen an der Trachea zu vermeiden.

SONSTIGE HINWEISE
Trachealkanülen werden in unterschiedlichen Konfigurationen von den Herstellern am Markt zur Verfügung gestellt. Um eine Zuordnung im Rahmen der Antragstellung zur Aufnahme von Produkten ins Hilfsmittelverzeichnis gemäß § 139 SGB V sicher zu stellen, sind die Produktartbeschreibungen mit den jeweils dargestellten Merkmalen zu beachten.

Leistungsrechtliche Hinweise
Die Versorgung mit Hilfsmitteln der Produktgruppe 12 „Hilfsmittel bei Tracheostoma und Laryngektomie“ ist individuell an die Versorgungssituation anzupassen. Bei der Auswahl der Hilfsmittel sind die Mobilität der Versicherten oder des Versicherten, weitere Grunderkrankungen, die Einnahme von Medikamenten, das Sekretverhalten und die das Tracheostoma beeinflussenden Umgebungsfaktoren zu berücksichtigen.

Daraus ergibt sich, dass Art und Umfang der in der Versorgung erforderlichen Hilfsmittel je nach individueller Versorgungssituation stark differieren kann.

Die Ausstattung mit Trachealkanülen erfolgt mit mindestens zwei Trachealkanülen, bestehend aus einer Außenkanülen und ggf. Innenkanüle, damit unter anderem jederzeit eine Reinigung der Kanülen möglich ist.

Zu beachten ist, dass weitere Hilfsmittel aus anderen Produktgruppen, z. B. der Produktgruppe 01 „Absauggeräte“ und der Produktgruppe 14 „Inhalations- und Atemtherapiegeräte“ erforderlich sein können.

Einer Kostenübernahme von Wassertherapiegeräten sollte dann zugestimmt werden, wenn sichergestellt ist, dass die entsprechenden Maßnahmen zur Schulung in den Gebrauch durchgeführt werden. Die Unterweisung der Versicherten oder des Versicherten zur korrekten Anwendung der Geräte ist in der Regel Bestandteil stationärer bzw. rehabilitativer Leistungen gemäß § 40 SGB V und wird über die entsprechenden Vergütungen abgegolten.

Tracheostoma - und Laryngektomieprodukte sind nur dann Hilfsmittel im Sinne § 33 SGB V und eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie selbstständig durch die Versicherte oder den Versicherten genutzt und auch gewechselt werden können. Der Hilfsmitteleigenschaft steht nicht entgegen, wenn die Produkte im begründeten Einzelfall durch eine geschulte Betreuungsperson gewechselt werden.

Demzufolge sind Stimmersatzhilfen (Shuntventile), die ausschließlich vom Arzt gewechselt werden (Verweilprothesen), keine Hilfsmittel im Sinne der Produktgruppe 12 „Hilfsmittel bei Tracheostoma und Laryngektomie“. Die entsprechende Herstellervorgabe in der Gebrauchsanweisung gibt jeweils vor, ob für die Stimmersatzhilfe ein durch die Versicherte oder den Versicherten selbständig durchzuführender Wechsel vorgesehen ist.

Zum Weaning/Dekanülierungsprozess eingesetzte Verbrauchsmaterialien und eingesetztes Zubehör stellen ebenfalls keine Hilfsmittel in Sinne des § 33 SGB V dar.

Elektronische Cuffdruckmessgeräte überschreiten das Maß des Notwendigen und sind grundsätzlich keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Tracheal-Handinhalatoren, mit denen Wasser zur Befeuchtung (Vernebelung) des Tracheostomas appliziert wird, sind keine Hilfsmittel im Sinne der Produktgruppe 12 „Hilfsmittel bei Tracheostoma und Laryngektomie“. Entsprechende Aerosol-Inhalatoren werden in der Produktgruppe 14 „Inhalations- und Atemtherapiegeräte“ geregelt.

Raumluftbefeuchter zur Verbesserung des Raumklimas sind Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens und unterliegen somit nicht der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung. Die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht für die Schaffung eines gesunden bzw. besseren Raumklimas zuständig. Dies fällt vielmehr in den Bereich der Eigenverantwortung der Versicherten oder des Versicherten.


Querverweise:
Absauggeräte,- katheter und -rohre: siehe Produktgruppe 01 „Absauggeräte"
Inhalations- und Beatmungsgeräte, Atemgasbefeuchter: siehe Produktgruppe 14 „Inhalations-und Atemtherapiegeräte"
Pulsoxymeter und Überwachungsgeräte: siehe Produktgruppe 21 "Messgeräte für Körperzustände"
Spritzen: siehe Produktgruppe 03 „Applikationshilfen“
Sprachverstärker: siehe Produktgruppe 16 „Kommunikationshilfen“


Änderungsdatum: 06.12.2018

Indikation

- Siehe Produktartbeschreibungen


Änderungsdatum: 06.12.2018

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