Sprungnavigation Tastaturkurzbefehle

Info zur Untergruppe

Medizinische Anforderungen gemäß § 139 SGB V


I. Funktionstauglichkeit
Nachzuweisen ist:
Die Funktionstauglichkeit des Produktes
- Aufgrund von § 139 Absatz 5 SGB V gilt für Medizinprodukte im Sinne des § 3 Nummer 1 des Medizinproduktegesetzes (MPG) in der bis einschließlich 25.05.2021 geltenden Fassung der Nachweis der Funktionstauglichkeit durch die CE-Kennzeichnung grundsätzlich als erbracht.


II. Sicherheit
Nachzuweisen ist:
Die Sicherheit des Produktes
- Aufgrund von § 139 Absatz 5 SGB V gilt für Medizinprodukte im Sinne des § 3 Nummer 1 des Medizinproduktegesetzes (MPG) in der bis einschließlich 25.05.2021 geltenden Fassung der Nachweis der Sicherheit durch die CE-Kennzeichnung grundsätzlich als erbracht.


III. Besondere Qualitätsanforderungen
III.1 Indikations-/einsatzbezogene Qualitätsanforderungen
Nachzuweisen ist:
Die indikations-/einsatzbezogenen Eigenschaften des angemeldeten Produktes für die beanspruchte(n) Produktart/Indikation(en) im allgemeinen Lebensbereich/häuslichen Bereich der Versicherten oder des Versicherten durch:
- Herstellererklärungen
- Aussagekräftige Unterlagen gemäß Antragsformular zur Aufnahme eines neuen Hilfsmittels nach § 139 SGB V)

Die Herstellererklärungen und aussagekräftige Unterlagen müssen auch folgende Parameter belegen:
Zusätzliche Anforderungen an 01.99.01.0 „Einmal-Absaugkatheter“:
- Einmal-Absaugkatheter müssen steril sein.
- Einmal-Absaugkatheter müssen mindestens über zwei Absaugöffnungen (zentral und/oder seitlich) verfügen.

Zusätzliche Anforderungen an 01.99.01.2 „Absaugsets für elektrische Milchpumpen“:
- Absaugsets müssen sterilisierbar sein.
- Absaugsets müssen an handelsübliche Muttermilchflaschen anschließbar sein.

Zusätzliche Anforderungen an 01.99.01.4 „Geschlossene Absaugsysteme für mindestens 24 Stunden“; Produktart 01.99.01.5 „Geschlossene Absaugsysteme für mindestens 48 Stunden“ und Produktart 01.99.01.6 „Geschlossene Absaugsysteme für mindestens 72 Stunden“:
- Geschlossene Absaugsysteme müssen für die jeweilige Versicherte oder den jeweiligen Versicherten und während der Verweildauer mehrfach verwendbar sein.
- Geschlossene Absaugsysteme müssen über einen Spülport verfügen.
- Die Katheter der geschlossenen Absaugsysteme müssen von einer transparenten Schutzhülle umgeben sein.
- Klebevorrichtungen mit verständlicher Angabe zur Verweildauer müssen vorhanden und am System sichtbar zu befestigen sein.

Zusätzliche Anforderungen an 01.99.01.7 „Brusthauben für Milchpumpen:
- Brusthauben müssen für die jeweilige Versicherte mehrfach verwendbar sein.
- Brusthauben müssen mit haushaltsüblichen Mitteln und Methoden zu reinigen sein.
- An die Brusthauben lassen sich handelsübliche Muttermilchflaschen anschließen.


III.2 Qualitätsanforderungen hinsichtlich der Nutzungsdauer
Nachzuweisen ist:
Die Nutzungsdauer/Dauerbelastbarkeit des Produktes durch:
- Herstellererklärungen

Die Herstellererklärungen müssen auch folgende Parameter belegen:
Zusätzliche Anforderungen an 01.99.01.4 „Geschlossene Absaugsysteme für mindestens 24 Stunden“:
- Verweildauer für mindestens 24 Stunden und maximal 48 Stunden

Zusätzliche Anforderungen an 01.99.01.5 „Geschlossene Absaugsysteme für mindestens 48 Stunden“:
- Verweildauer für mindestens 48 Stunden und maximal 72 Stunden

Zusätzliche Anforderungen an 01.99.01.6 „Geschlossene Absaugsysteme für mindestens 72 Stunden“:
- Verweildauer für mindestens 72 Stunden

III.3 Qualitätsanforderungen hinsichtlich des Wiedereinsatzes
Nicht besetzt


IV. Medizinischer Nutzen
Nicht besetzt


V. Anforderungen an die Produktinformationen
Nachzuweisen ist:
- Auflistung der technischen Daten/Parameter für Einmal-Absaugkatheter:
- Produktbezeichnung
- Material:
- Ausführung:
- Öffnungen:
- Anschluss:
- Größe/Durchmesser in CH
- Länge in cm
- Auflistung der technischen Daten/Parameter für Absaugsets für elektrische Milchpumpen:
- Produktbezeichnung
- Material:
- Verwendung mit Milchpumpe(n):
- Einzel-/ oder Doppelpumpset
- Setinhalt:
- Auflistung der technischen Daten/Parameter für geschlossene Absaugsysteme für mindestens 24 Stunden, für geschlossene Absaugsysteme für mindestens 48 Stunden und für geschlossene Absaugsysteme für mindestens 72 Stunden:
- Produktbezeichnung
- Material:
- Ausführung:
- Öffnung:
- Anschluss für Absauggerät/Trachealkanüle:
- Durchmesser in CH
- Länge in cm
- Max. Verweildauer in h
- Sonstiges:
- Auflistung der technischen Daten/Parameter für Brusthauben für Milchpumpen:
- Produktbezeichnung
- Material:
- Form:
- Größe:
- Verwendung mit Milchpumpe(n):
- Lieferumfang
- Herstellererklärung über die Verfügbarkeit der Gebrauchsanweisung in einer für blinde und sehbehinderte Versicherte geeigneten Form
- Herstellererklärung über die Verfügbarkeit einer barrierefreien Gebrauchsanweisung in leichter und/oder einfacher Sprache
- Produktkennzeichnung gemäß medizinprodukterechtlichen Vorschriften

Die ordnungsgemäße und sichere Handhabung durch eine allgemeinverständliche Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache mit mindestens folgenden Angaben
- Anwendungshinweise
- Zweckbestimmung des Produktes/Indikation
- Zulässige Betriebsbedingungen/Einsatzorte
- Bestehende Anwendungsrisiken und Kontraindikationen
- Technische Daten/Parameter
- Zusammenbau- und Montageanweisung
- Angabe des verwendeten Materials

Zusätzliche Anforderungen an 01.99.01.0 „Einmal-Absaugkatheter“:
- Hinweis auf Sterilität
- Angabe Einmalprodukt

Zusätzliche Anforderungen an 01.99.01.7 „Brusthauben für Milchpumpen“:
- Reinigungshinweise


VI. Sonstige Anforderungen
Nicht besetzt


VII. Anforderungen an die zusätzlich zur Bereitstellung des Hilfsmittels zu erbringenden Leistungen
- Die folgenden Anforderungen richten sich an die Leistungserbringer gemäß § 127 SGB V und sind den Verträgen nach § 127 SGB V zugrunde zu legen. In den Verträgen nach § 127 SGB V können weitergehende Anforderungen geregelt werden.
- Im Rahmen der Leistungserbringung ist den individuellen Versorgungserfordernissen der Versicherten oder des Versicherten, z. B. hinsichtlich Alter, Geschlecht, Religion, Behinderung und chronischer Erkrankungen, Rechnung zu tragen.
- Die folgenden Ausführungen zu den zusätzlich zur Bereitstellung des Hilfsmittels zu erbringenden Leistungen beziehen sich auf die zu versorgende Person; je nach konkretem Versorgungsfall sind ggf. deren Angehörige/Eltern bzw. gesetzliche Vertreterin oder gesetzlicher Vertreter als Adressat zu verstehen.

VII.1 Beratung
- Die Beratung der Versicherten oder des Versicherten über die konkrete Versorgungssituation geeigneten und notwendigen Hilfsmittel erfolgt im direkten Austausch – in der Regel vor Ort – durch geschulte Fachkräfte. Sofern eine Beratung vor Ort nicht möglich ist, kann auf Wunsch der Versicherten oder des Versicherten eine telefonische oder videobasierte Beratung erfolgen.
- Die Beratung in den Räumen des Leistungserbringers nach § 127 SGB V hat in einem akustisch und optisch abgegrenzten Bereich/Raum zu erfolgen.
- Dem Wunsch nach einer geschlechtsspezifischen Beratung ist Rechnung zu tragen.
- Es ist über den Anspruch auf eine mehrkostenfreie Versorgung aufzuklären. Der Versicherten oder dem Versicherten wird eine hinreichende Auswahl an mehrkostenfreien Hilfsmitteln angeboten, die für den Versorgungsfall individuell geeignet sind.
- Das Beratungsgespräch einschließlich der mehrkostenfreien Versorgungsvorschläge ist zu dokumentieren, sofern in den Verträgen gemäß § 127 SGB V keine Ausnahmen für bestimmte Versorgungsfälle geregelt sind.
- Wählt die Versicherte oder der Versicherte eine Versorgung mit Mehrkosten, dokumentiert der Leistungserbringer, dass er im Sinne des Sachleistungsprinzips beraten und eine hinreichende Auswahl an mehrkostenfreien Hilfsmitteln, die für den Versorgungsfall geeignet waren, angeboten hat. Der Leistungserbringer dokumentiert darüber hinaus, welchen Mehrnutzen oder welche Merkmale das abgegebene Hilfsmittel gegenüber einem geeigneten mehrkostenfreien Hilfsmittel hat.

VII.2 Auswahl des Produktes
- Es erfolgt eine individuelle Bedarfsermittlung und bedarfsgerechte Auswahl eines geeigneten Hilfsmittels unter Berücksichtigung der ärztlichen Verordnung, der Indikationen/Diagnose, des Versorgungsziels, der Versorgungssituation und der möglichen Wechselwirkung mit bereits vorhandenen oder mit weiteren verordneten Hilfsmitteln

VII.3 Einweisung des Versicherten
- Es erfolgt eine sachgerechte, persönliche Einweisung der Versicherten oder des Versicherten in den bestimmungsmäßigen Gebrauch. Die Einweisung erstreckt sich auf die vom Hersteller vorgegebene fachgerechte Nutzung des Hilfsmittels, des Zubehörs, auf die individuellen Zurüstungen sowie die Pflege und Reinigung. Ziel der Einweisung ist, dass die Versicherte oder der Versicherte in den Stand versetzt wird, das Hilfsmittel im alltäglichen Gebrauch sicher zu bedienen und zu nutzen.
- Es ist eine allgemeinverständliche Gebrauchsanweisung/Gebrauchsinformation in deutscher Sprache auszuhändigen. Diese ist im Bedarfsfall unter Verwendung der vom Hersteller bereitgestellten Dokumente in einem für blinde und sehbehinderte Versicherte geeigneten Format (z. B. in elektronischer Form) zur Verfügung zu stellen.
- Die Einweisung in den Gebrauch des Hilfsmittels ist durch den Leistungserbringer und die Versicherte oder den Versicherten schriftlich zu dokumentieren, sofern dies in den Verträgen gemäß § 127 SGB V nicht anders geregelt ist.

VII.4 Lieferung des Produktes
- Der Leistungserbringer stellt die Abgabe eines funktionsgerechten sowie hygienisch und technisch einwandfreien Hilfsmittels sicher.
- Das Hilfsmittel wird in einem gebrauchsfähigen Zustand abgegeben; auf Wunsch der Versicherten oder des Versicherten in einer neutralen Verpackung.
- Der Empfang des Hilfsmittels ist von der Versicherten oder dem Versicherten schriftlich zu bestätigen.

VII.5 Service und Garantieanforderungen an den Leistungserbringer
- Der Leistungserbringer gewährleistet das Vorhalten von Kapazitäten und Kompetenzen, um die Instandhaltung und Wartung des Hilfsmittels sowie die Durchführung aller relevanten regelmäßigen Prüfungen unter Beachtung der einschlägigen Bestimmungen gemäß den Vorgaben des Herstellers zu übernehmen.
- Die Auskunft und Beratung werden durch geschulte Fachkräfte des Leistungserbringers während der üblichen Geschäftszeiten sichergestellt.
- Es ist auf die Verfahrensweise bei Gewährleistungs- bzw. Garantieansprüchen hinzuweisen.

VII.6 Service und Garantieanforderungen an den Hersteller
Nicht besetzt


Änderungsdatum: 07.03.2023

zurück zur Systematik der Produktgruppen

Tastaturkurzbefehle